Traum 9*

Ich habe ein Kind bekommen. Es geht ihm nicht gut, es ist zu klein, noch zerquetscht und blutig von der Geburt. Ich trage das Kind vor der Brust, es stürmt und regnet, ich kann es nicht recht schützen. Ich bin draußen, es ist dunkel, ich sehe kaum was.

Ich komme mit dem Kind auf eine Veranstaltung, wohl eine Präsentation. Alle merken, dass ich total erschöpft bin, aber niemand sieht das Kind. Ich suche etwas, um das Kind zu nähren, hier ist ein Buffet, die Leute stehen an, ich traue mich nicht, mich vorzudrängeln, weil ich Angst habe, dass das Kind erdrückt wird.

Fred, ein früherer Kollege, der im Moment mit einer Popstar-Biographie viel Präsenz in den Sozialen Medien hat, stürzt auf mich zu. Seine langen Haare sind wie abgeschnitten, hinten ganz schlecht geschoren, wie in der Psychiatrie. Fred will mich mit künstlichem Lachen umarmen, ich habe Angst, er zerdrückt das Kind. Ich frage nach Heiner. Heiner war früher sein Partner in einer Videofirma, ich habe den coolen Heiner immer sehr bewundert und mochte ihn lieber als den streberhaften Fred. Irgendwann ist das alles pleite gegangen.

„Heiner ist tot“, sagt Fred. Wo ist er, frage ich. „Komm mit“, sagt Fred, „ich zeig es Dir.“

Er führt mich aus dem Hintereingang der Location. Hier sieht es aus wie im Krieg, wie in der Fernseh-Berichterstattung aus der Ukraine. Ich sehe Heiners blutig zerschürften, riesigen Körper, notdürftig begraben und nur halb mit Erde und Sand beschüttet. Er ist nackt. Sein großer Penis liegt mit der Unterseite nach oben da, Richtung Bauchnabel. Ich trage immer noch das Kind, es ist unruhig, quäkt und röchelt.

Fred ist weg. Ich krieche mit dem Kind in das Grab von Heiner, schmiege mich neben ihn, habe Angst, das Kind dazwischen zu erdrücken. Ich liege auf dem Rücken, so kann ich das Kind auf der Brust balancieren und bekomme die Hände frei. Ich öffne meine Hose, drücke sie ein Stück herunter, befreie meinen Penis, der grösser ist als sonst, und versuche, so nahe an den toten Heiner heranzukommen, dass die Schwänze parallel liegen, sich aneinanderschmiegen. Mit dem Handy mache ich ein Foto von den wie zwei Bratwürste am Rost nebeneinander liegenden Penissen. In Wirklichkeit ist meiner etwas kürzer, am Handy sehen sie gleich lang aus. Einziger Unterschied: Heiners Eichel liegt unter einer dicken Vorhaut, meine liegt frei.

Ich bin wieder mit dem Kind auf der Veranstaltung. Wieder suche ich etwas, um das Kind zu füttern. Es rührt sich kaum noch, ich habe Angst, dass es stirbt. Mir fällt eine Gruppe von eher dunkel angezogenen Männern auf, die mich mit meinem Kind beobachten. Jetzt kommen sie auf mich zu. Ich sehe, dass mein Vater dabei ist, die anderen wirken wie Zivilbeamte, Anwälte, Gerichtsvollzieher. Ich weiß, sie sprechen darüber, dass ich kein Kind haben darf. Sie wollen es mir wegnehmen.

Ich will aus dem Hintereingang flüchten, beginne zu laufen. Ich bin wieder in der Kriegs-Szenerie, es ist uneben, Geröll. Ich stürze. Ich versuche, auf die Seite zu fallen, denn ich habe immer noch das Kind auf der Brust bzw. rechts die operierte Hüfte.


* Traum in der Nacht vom 10. zum 11. Oktober 2022: Der Mann auf der Couch tritt am 29.09.2022 eine Kur in Bad Eilsen in Niedersachsen an. Verschrieben wg. orthopädischer Probleme und einer Tablettensucht nach Schmerzmitteln. Das morphinhaltige Medikament (Tramadol, auch bekannt als Tramal) wird schrittweise geringer dosiert, herab von 200mg/tgl auf null Miligram. Der Entzug gleicht in der Schwere einem mittleren Heroin-Entzug und dauert etwa ein Woche. Den oben wiedergegebenen Traum träumt der Mann auf der Couch am dritten Tag des Entzugs und tippt das Erinnerte Minuten nach dem Aufwachen in den Laptop

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