„Wir sind hier kein Zoo“ – „Brief vom Friedrichshof“, Folge 8

Endlich ein richtiger Brief, vom Friedrichshof, in ordentlicher Briefform – nur ein Schönheitsfehler: er hat keinen Absender. Will anyonym bleiben. Anonyme Briefe werden oft weniger gern veröffentlichet. Ich tue es trotzdem, mit diesem Brief, der eines Morgens als Ausdruck im Kuvert in meinem Postfach lag. Nicht, weil ich ihn so richtig finde. Aber ich denke, dass hier ausgesprochen wird, was manche Bewohner des Friedrichshofs denken. M.H.

Hallo Herr Hopp,

in Zeiten von unfairem Journalismus, persönlicher Hetze, Verfolgung und Missverständnissen von oft gut gemeintem möchte ich in meinem Schreiben an Sie vorerst anonym bleiben.
Als Bewohner des FH möchte ich Stellung nehmen zu Ihren Veröffentlichungen BRIEFE VOM FRIEDRICHSHOF in Ihrem Blog auf Ihrer Website.
Zunächst einmal kritisiere ich aufs Schärfste Ihre Beobachterposition des hier geführten privaten Lebens von Privatpersonen in ihrem ganz persönlichen Umfeld.
Wir sind hier nicht in einem Zoo!

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Geburtstagsfeier am Samstag, 26. September 2026, am Grillplatz der „Factory“, dem Kulturverein am Friedrichshof. Foto: Henni Fischer

Sie nennen Namen, ohne die Erlaubnis der entsprechenden Personen eingeholt haben. Sie formulieren ihre Beobachtungen in herablassender und unangemessener Sprache. (Christoph mit der roten Brille….?) Sehr von oben herab. Außerdem geben Ihnen die Bewohner nicht das Material für Ihre öffentlich zugänglichen Inhalte und Darstellungen. Das ist Verletzung von Persönlichkeitsrechten!
Was wollen Sie ausdrücken mit: „bis zur Verblödung schön“ im Zusammenhang mit der Beschreibung eines ganz friedlichen Ortes beim Gartenfest, für das viele Bewohner gearbeitet haben. Dass der Garten „bis zur Verblödung schön“ ist, hat viel Einsatz und Arbeit gekostet, sie profitieren davon als Mitbewohner.
Die Praxis des Beobachtens von Menschen und die öffentlich zugängliche Darstellung ihrer Lebens- und Alltagsweise blickt auf eine würdeverletzende Tradition der vergangenen Jahrhunderte zurück. Kommt mir aus dem rassistischen Lager irgendwie bekannt vor.
Auch wenn dieser Ort eine problematische und schwierige Geschichte hat: es gibt Ihnen nicht das Recht, heutige Bewohner dieses Ortes zum Obiekt
Ihrer Fantasien zu machen.
Ich hoffe auf eine sensiblere Sprache und darauf, dass sie nicht ungefragt Menschen mit Namen nennen.
Danke.

Nachfrage: Gibt es weitere Meinungen dazu? Dazu gerne die Blog-Funktion nutzen, eine E-Mail schreiben an info@michael-hopp-texte.de – oder einen Spaziergang zu meinem Briefkasten machen. M.H.

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